Sehr geehrte Damen und Herren, ich möchte gern folgendes wissen. Ich bin 32 Jahre alt, männlich und habe leider schon einige Backenzähne (entweder gezogen oder durch Wurzelbehandlung abgetötet) verloren. Meine "alte" Zahnärztin meinte zu mir, ich könne meine Zähne putzen wie ich wolle, diese würden mir trotz Pflege "zerbröseln" bzw. kaputt gehen. Meine "neue" Zahnärztin meint dagegen, soetwas würde es nicht geben. Werden schlechte Zähne vererbt? Mein Opa hat sehr zeitig seine Backenzähne verloren, mein Vater hat mit 30 Jahren ein Gebiss bekommen und bei mir sehen die Backenzähne nicht besser aus. Ich bin jetzt etwas verwirrt und weiß nicht wirklich, wem ich glauben soll. Können Sie mir helfen und etwas Licht ins Dunkel bringen? Für Ihre Hilfe und Bemühungen danke ich und verbleibe mit freundlichen Grüßen A. K.
Natürlich gibt es eine genetische Disposition bezüglich diverser Parodontopathien. Hatten Ihre Eltern und Großeltern z.B. eine Parodontitis ist die Wahrscheinlichkeit für Sie ebenfalls daran zu erkranken zumindest statistisch gesehen größer als wenn dies nicht der Fall wäre. Auch ist die Wahrscheinlichkeit für Sie größer eine inhomogene und "schwächere" Zahnschmelzstruktur zu haben, wenn dies auch gehäuft in Ihrer Familie vorkommt. Aber auch dann ist Karies, Parodontitis und Zahnverlusst kein von Gott gegebenes Schicksal. Allerdings muss man unter Umständen einiges mehr an Aufwand zur Erhaltung der Mundgesundheit betreiben als andere. Geeignete Mittel sind optimierte Mundhygiene: ich empfehle schallbetriebene elektrische Zahnbürsten, tägliche Anwendung von Zahnseide, selbstverständlich in der richtigen Anwendungstechnik. Regelmäßiges fluoridieren der Zähne. Ein bis zweimal im Jahr eine professionelle Zahnreinigung. Und unter Umständen viermal im Jahr, manchmal sogar mehr, eine zahnärztliche Kontrolle. Damit sollte auch bei ungünstigster genetischer Disposition ein Erhalt der Zähne bis ins hohe Alter möglich sein.
Viele Grüße
ThomasB.