Hallo,
also........vor einigen Wochen hab ich mich seit vielen, vielen Jahren endlich dazu überwunden zum Zahnarzt zu gehen! Und der Befund dieser ersten Untersuchung empfand ich als sehr positiv, wesentlich besser als befürchtet! Der Behandlungsvorschlag des Zahnarztes war folgendermassen. Zwei Zähne müssen raus, ein Weisheitszahn der eh abgebrochen ist und nicht ersetzt wird; und ein normaler Zahn, an dem auch ein Stück abgebrochen ist wird durch eine Brücke ersetzt. Zudem hat er vorgeschlagen alle alten Amalgamfüllungen (10 Stück) durch Mehrschichtfüllungen (dentinadhäsive Micro-Hybrid Mehrschichtfüllung seht im Plan) zu ersetzen; alles unter Vollnarkose. Ich empfand den Plan als gut und wäre zufrieden damit, und von den Kosten wär´s für mich auch o.k. Hab jetzt schon alles in die wege geleitet, H & K ist genehmigt, meine Zahnersatzversicherung angeschrieben, Narkosearzt, u.s.w.
Gestern hab ich den ganzen Plan einem Kollegen erzählt und der hat gemeint, das wär alles nicht so gut, und deshalb bin ich jetzt wieder etwas verunsichert. Der Kollege hat gemeint, ein Implantat wäre besser, da sich da nicht der Knochen und das Zahnfleisch abbauen würden. Das hab ich natürlich auch schon gelesen, aber irgendwie hab ich mich mit der Brücke schon "angefreundet", wahrscheinlich wär sie wohl auch günstiger wie ein Implantat!? Und die Füllungen wären auch nicht gut, hat mein Kollege gemeint, da sie nicht lange halten, schmerzempfindlich sind und agressive Stoffe absondern!? Kann mir evt. jemand Erfahrungen mit Brücken und Füllungen mitteilen.........
Vielen Dank und schöne Grüße!
Hallo Ziggy,
Knochen baut sich immer dort ab wo er mangels Zähnen nicht belastet wird, daher wird sich bei einer Brücke im Bereich des fehlenden Zahnes der Knochen auch etwas zurückbilden, was aber funktionsmäßig auf Dauer keine Einschränkungen bedeutet. Es ist lediglich dann von Nachteil wenn man dort später - aus welchen Gründen auch immer - ein Implantat einsetzen möchte und die Knochenmenge dann evtl. nicht mehr ausreicht. Ansonsten würde ich diesen Aspekt eher vernachlässigen. Ein Implantat ist teurer als die Brückenkonstruktion, zudem sollte man zwischen Extraktion des Zahnes und dem Einsetzen eines Implantates mind. 3 Monate warten, damit sich die Zahnalveole richtig verschließen kann. Nach der Implantation muß nochmals 3-6 Monate (je nach dem ob Ober- oder Unterkiefer) gewartet werden bis das Implantat richtig eingeheilt ist. Du wärst also mindestens 6 Monate mit einer Zahnlücke unterwegs.
Wenn Amalgamfüllungen gut gemacht sind und deren Ränder soweit okay sind, würde ich sie nicht austauschen lassen. Amalgam ist nach wie vor ein guter Werkstoff, weil man beim Entfernen einer guten Amalgamfüllung auch Jahrzehnte später nur selten Karies darunter findet. Die mehrschichtigen Kunststofffüllungen werden mit dem Zahn verklebt. Diese Verklebung geht mit der Zeit kaputt, Bakterien können dann in den Randspalt eindringen und darunter (oft unbemerkt) Karies verursachen.
Viele lästern über das Quecksilber im Amalgam, vergessen aber, daß man durch den Verzehr von Fisch deutlich mehr Quecksilber zu sich nimmt als die Amalgamfüllungen im Laufe der Jahre abgeben. Die meiste Belastung für Patienten (und Behandler) tritt ohnehin beim Leben bzw. Entfernen der Amalgamfüllung durch die Quecksilberdämpfe auf. Nach der Amalgampolitur ist die Füllungsoberfläche ähnlich einer Chromschicht passiv und gibt so gut wie kein Quecksilber mehr ab.
Kunststofffüllungen sehen zwar gut aus, aber niemand weiß genau ob es durch die verwendeten Adhäsive nicht doch mal zu einer allergischen Reaktion kommen kann. Das ist bisher kaum erforscht worden. Aggressive Stoffe geben die modernen Kunststoffe nicht ab. Das einzige, was aggressiv ist, ist die 37%ige-Phosphorsäure, mit der der Zahn angeätzt werden muß, damit die Kunststofffüllung daran überhaupt hält.
Wenn eine Füllung recht nah an den Zahnnerv kommt, kann es im Nachhinein durchaus zu pulpitischen Beschwerden kommen, in dessen Folge u.U. der Nerv gezogen werden muß.