Seit ich in Frankfurt wohne besuche ich einen guten Zahnarzt der mir immer wieder bei Beschwerden geholfen hat. Ich muss vorab sagen, dass ich sehr stark knirsche und ich vor einem halben Jahr einer Knirsch-Schiene bekommen habe. Vor ein paar Jahren war es mit dem Knirschen sogar schon so schlimm, dass ich eine Kiefergelenkblockade hatte und ich meinen Mund nicht öffnen konnte. Immer wieder knackste etwas im Kiefergelenk. Vor einem Monat hatte ich an einem mit einer tiefen Füllung versehrten Zahn sehr starke Schmerzen, so dass ich wieder meinen Zahnarzt aufsuchte. Er röntgte den Zahn und fand nichts, auch wäre die Füllung des Zahnes noch nicht in der Nähe des Nervs. Ich hielt es mit den Schmerzen nicht aus, so dass er mir vorschlug, diesen Wurzelbehandeln zu wollen, auch wenn es nicht notwendig wäre, ich hätte die Wahl! War etwas enttäuscht und ließ mich mit starken Schmerzmitteln abspeisen. Doch die Schmerzen kamen wieder und wieder nahm ich Schmerzmittel bis zu gestern Nacht, es war so schlimm, dass meine linke Gesichtshälfte wie betäubt war. Ich bin keine Ärztin, aber ich vermute, dass es mit dem Kiefergelenk zusammen hängt, da ich auch sehr oft Probleme mit meiner Halswirbelsäule habe.
Ich weiß nicht mehr wohin....
Hallo WhiteOrchidea,
die Folgen des Zähneknirschens können wirklich enorm und vielfältig sein. Über Rückenbeschwerden, Kopfschmerzen bis zu Schwindelatacken und Tinitus. Kiefergelenksknacken und Kiefersperren gehören da eher zu den geringeren Übeln. Ich hoffe Deine Beschwerden sind inzwischen erträglicher geworden, seit Deinem Posting ist ja leider schon ein bißchen Zeit vergangen, aber ich habe vorher noch keine Zeit gefunden zu antworten.
Durch die dauernde Fehl- und vor allem Überbelastung können einzelne Zähne derart schmerzhaft werden, dass eine Devitalisierung ( Wurzelbehandlung ) notwendig wird. Als Zahnarzt steht man da oft vor dem Problem, dass der schmerzende Zahn, kein Ursachen für die Beschwerden hergibt. Füllungen, wenn es diese überhaupt gibt, sind intakt. Keine kariösen Läsionen und auch das Röntgenbild zeigt keine Ursache. Leider kommt es auch vor, dass selbst wenn man zusammen mit den Patienten entscheidet den entsprechenden Zahn abzutöten, keine Linderung der Beschwerden erreicht, da die Reizung wahrscheinlich den ganzen Zahnhalteapparat betrifft. Auch kann sich ein Schmerzgeschehen verselbstständigen, das heißt der Schmerz ist auch noch vorhanden obwohl es keine Ursache mehr gibt.
Du siehst es gibt eine Menge wenns und abers und jede direkte Schmerzbehandlung ist lediglich eine reine Symptombehandlung, welche nichts an der ursprünglichen Ursache ändert. Das ist auch der Grund warum wir uns in diesen Fällen etwas schwer tuen, eine so, für den Zahn, schwerwiegende Entscheidung zu treffen wie eine Wurzelbehandlung.
Wichtig wäre, die Ursache, nämlich die Fehlbelastung durch das Knirschen, zu beseitigen. Eine Schienenthreapie ist da der richtige Anfang. Oft muss man auch Spezialschienen nach gründlicher Funktionsanalyse herstellen. Dein Zahnarzt kann Dich da sicherlich beraten. Aber auch mit Schienen werden lediglich die Folgen des Knirschens für die Zähne und das komplette Kausystem etwas abgefangen. Das Knirschen an sich hört damit in den meisten Fällen nicht auf. Hier kann man nur von einer ganz anderen Seite angreifen. Der Körper braucht ein Ventil um mit den Belastungen des Alltags fertig zu werden und leider sind das sehr oft die Zähne. Nicht umsonst spricht der Volksmund von " da muss man sich durchbeißen ", oder " beiß die Zähne zusammen ". Aber es gibt eine Menge Möglichkeiten wie man auch andes mit den Spannungen des Alltags umzugehen lernt. Sei es autogenes Training, Jacobsonsche Entspannungsübungen, Yoga, Tai Chi, oder Hypnose. Wichtig ist, das man das für sich findet, was einem Spass macht und die Möglichkeit gibt, wieder etwas mehr zu sich selber zu finden und innere Spannungen auf andere Art und Weise zu verarbeiten.
Ich hoffe ich konnte ein bißchen helfen, über ein gelegentliches Feedback würde ich mich freuen.
Viele Grüße und gute Besserung
ThomasB