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Thema: Komplikationen Lokalanästhetikum

  1. #1
    LeaR ist offline Neuer Benutzer Neuer Benutzer
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    Standard Komplikationen Lokalanästhetikum

    Hallo,

    ich suche nach einem Ansprechpartner, der sich mit dem Thema Komplikationen bei Lokalanästhetika auskennt.

    Nach einer Komplikation, die durch versehentliche intravasale Gabe von einem Lokalanästhetikum auftrat und einen Notarzteinsatz erforderlich machte, möchte ich gerne wissen, wie ich solchen Situationen künftig vorbeugen kann, was ich im Nachhinein zu beachten / klären habe.

    Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.

  2. #2
    ThomasB ist offline Benutzer Profi
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    Hallo LeaR,
    leider gibt es bei der Gabe von Lokalanaesthetika ein paar Risiken die man nicht ausschließen kann. Dazu gehört auch das Risiko einer intravasalen Injektion. Wir versuchen zwar diese Gefahr durch aspirieren der Spritze vor der Injektion zu minimieren, aber manchmal saugt sich dabei das abgeflachte Ende der Nadelspitze an der Gefäßwand fest, so dass eine sichere Injektionsposition vorgetäuscht wird. Manchmal wird auch die Position der Nadel wärend des Injektionsvorgangs leicht geändert sodass man in ein Gefäß hineinrutscht. Das Risiko dass ein Gefäß getroffen wird liegt meiner Information nach bei weniger als einem Promill. Das heißt es kommt bei 1000 Injektionen weniger als einmal vor.
    Aber es gibt leider keine Möglichkeit dieses Risiko gänzlich auszuschalten. Das Ihr Zahnarzt die Situation schnell erkannt und richtig eingeschätzt hat und direkt einen Rettungswagen angeforderte, spricht eigentlich sehr für dessen Sorgfalt. Einem weiteren vertrauensvollem Behandlungsverhältnis sollte daher nichts im Wege stehen.
    Aber es sagt sich für uns immer so leicht, das man ja keine Angst haben braucht, vor allem wenn einem schon mal so etwas passiert ist. Wenn Sie in Zukunft dieses Risiko gänzlich ausschließen möchten, müssten Sie auf eine Lokalanaesthesie komplett verzichten. Mittels Hypnose wäre trotzdem eine absolut schmerzfreie Behandlung möglich. Zahnärzte die dies anbieten finden Sie unter DGZH.de.
    Ich hoffe ich konnte Ihnen ein bißchen helfen
    Mit freundlichen Grüßen
    ThomasB.

  3. #3
    LeaR ist offline Neuer Benutzer Neuer Benutzer
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    Lieber ThomasB!

    Vielen Dank für Ihre rasche Antwort. Wenn Sie erlauben, würde ich gerne noch etwas näher auf das Thema eingehen, weil sich die Situation etwas speziell darstellt:

    Das Vertrauen zu meinem nun schon langjährigen Zahnarzt habe ich auf keinen Fall verloren. Es ist sogar so, dass in diesem Fall der Arzt auch mein Mann ist. Wir haben allerdings das Ereignis jetzt für uns beide in sehr schlechter Erinnerung und haben überlegt, was genau das Problem war: War es evtl. die relative Überdosierung des Lokalanästhetikums, war es das Adrenalin oder gar eine Art Allergie.

    Oder bedeutet das zufällige Treffen eines Gefäßes, dass jeder Stoff, eine solche Reaktion automatisch auslösen würde?

    Wir haben uns überlegt, ob es wohl eine Sicherheit bringende Alternative wäre, wenn wir auf ein Lokalanästhetikum ohne Adrenalin übergehen würden, dann bliebe ja aber noch die Frage, ob nicht eventuell eine Unverträglichkeit auf das Lokalanästhetikum zu prüfen wäre. Halten Sie eine solche Austestung für sinnvoll oder würden Sie erst auf ein Mittel ohne Adrenalin übergehen? Welchen Wirkstoff würden Sie dabei empfehlen?

    Würden Sie eine Einnahme von Dormicum vor der nächsten Behandlung (prophylaktisch) empfehlen?

    Dazu muss ich noch erwähnen, dass ich nach den letzten zwei vorhergehenden Behandlungen (vormittags) noch am Nachmittag des Behandlungstages innere Unruhe und das Gefühl von Herzrasen und Zittrigkeit hatte, allerdings natürlich nicht in dem Maße, wie es nun passiert ist. Spricht das vielleicht für eine generelle Empfindlichkeit gegenüber Adrenalin?

    Die Idee mit der Hypnose ist sicherlich erwägenswert, aber ich möchte ja eben nicht den Zahnarzt wechseln und würde gerne erst andere Möglichkeiten ausschöpfen.

    Noch etwas zu der psychischen Situation: obwohl jetzt schon ein paar Tage vergangen sind, steckt mir das Ereignis noch sehr in den Knochen. Abgesehen von den körperlichen Symptomen merke ich, wie sich das Ganze in meinem Kopf manifestiert. Auch deswegen überlege ich, ob es sinnvoll wäre, zur Beruhigung vor der nächsten Behandlung etwas einzunehmen.

    Vielen Dank im voraus für Ihre Hilfe!

    LeaR

  4. #4
    ThomasB ist offline Benutzer Profi
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    Hallo LeaR,
    von der Einnahme von Dormicum würde ich dringend abraten, Sie würden zwar gelassener in die nächste Behandlung gehen, aber unter Umständen würden wichtige Symptome kaschiert und eine nötige Intervention würde schlimmstenfalls vielleicht erst sehr spät eingeleitet.
    War es in Ihrem Fall eine intravasale Injektion, ist die Wahrscheinlichkeit das dies nochmals passiert annähernd gleich Null. Fragen Sie doch mal Ihren Mann wie oft ihm dies vorher schon passiert ist?
    Wenn es nur das Adrenalin ist, das Ihre Beschwerden verursachte, könnte man es natürlich weglassen und es wäre ebenfalls gut. Die Frage wäre dann höchstens warum Sie auf einen körperidentischen Stoff so reagieren.
    Liegt allerdings eine Allergie vor, kann die nächste Reaktion noch sehr viel heftiger ausfallen. Und darauf würde ich es auf gar keinen Fall ankommen lassen, sondern erst einmal durch Ihrem Hausarzt eine mögliche Allergie ausschließen lassen. Ich zumindest würde meine Frau vorher nicht mehr behandeln.
    Für eine Behandlung ohne Betäubung wäre es zumindest denkbar, dass ein Hypnosearzt lediglich die Hypnose bei Ihnen durchführt, während Ihr Mann Sie ganz normal behandelt. Diese Vorgehensweise habe ich hier auch schon mit mehreren meiner Kollegen durchgeführt.
    Falls Ihr Mann daran interesse hat, schon nach dem ersten Ausbildungsabschnitt ( Z1 ) ist man in der Lage Hypnose effizient in vielen Behandlungssituationen einzusetzen.
    Ich habe aus ähnlichem Anlass mich dazu entschlossen Hypnosetechniken zu erlernen und bin heute sehr froh immer wenn es nötig ist darauf zurückgreifen zu können.
    Mit vielen Grüßen
    ThomasB

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    16.11.2009, 21:41

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