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Thema: Karies durch Knirschschiene u.a.

  1. #1
    holladiewaldfee ist offline Neuer Benutzer Neuer Benutzer
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    Standard Karies durch Knirschschiene u.a.

    Hallo Spezialisten,
    ich war seit über 7 Jahren Patientin bei einem Zahnarzt, durch den ich eine ausgeprägte Oralophobie hinter mir lassen konnte, und dem ich daher sehr dankbar bin. Seither hatte ich nie wieder größere Probleme, nur meine 4 (bisher einzigen) Füllungen an 36, 37, 46 und 47 bröselten so vor sich hin; sie stammen immerhin aus dem Jahr 1996 (von einem Göttinger Metzger). Durch Zufall geriet ich Anfang des Jahres an seine Kollegin (Praxisgemeinschaft), die mit dem Gedanken an eine Überkronung spielte... Ich war (gelinde gesagt) verunsichert, hatte ich meine Zähne doch eigentlich immer für ganz ordentlich gehalten. Auf die Empfehlung einer Kollegin konsultierte ich einen dritten Arzt, der die Krone zwar (zum Glück) für überflüssig hielt, aber Karies an 17, 27 und 26, außerdem in einem Zwischenraum diagnostizierte. - Hätte das nicht im April schon auffallen müssen? Für meine Zahnpflege werde ich meist gelobt, nehme seit Jahren den Recall in Anspruch, 1-2x jährlich PZR: Was mache ich falsch? Könnte es vielleicht an zu lange getragenen Aufbißschienen liegen? Es heißt doch immer, Karies sei eine bakterielle Infektionskrankheit und vermeidbar...
    So, Sermon zuende: Freue mich auf Antwort und Ratschläge...

  2. #2
    ThomasB ist offline Benutzer Profi
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    Hallo Holladiewaldfee,
    Karies, gerade zwischen zwei Zähnen, ist nicht immer leicht zu entdecken und wird oft erst durch eine Röntgenaufnahme sichtbar. Wenn die eine Kollegin schon im April mit dem Gedanken spielte, die entprechenden Zähne zu überkronen, gehe ich davon aus das Sie die Füllungen für zumindest nicht mehr ganz dicht hielt. Von April bis jetzt kann sich da schon eine Karies ausbreiten. Leider ist dies auch bei der besten und umfassensten Mundhygiene nicht vermeidbar, denn Bakterien die sich in einem Randspalt von undichten Füllungen festsetzen, können Sie mit keiner noch so gearteten Hygienemaßnahme entfernen. Auch zwischen den Zähnen kann leicht, trotz guter Pflege, Karies entstehen, wenn zum Beispiel die Zähne sehr eng stehen und die natürliche Selbstreinigung ausgeschaltet ist.
    Kurzum, so wie Sie es beschreiben glaube ich nicht dass Sie irgendetwas falsch gemacht haben. Und sofern Sie ihre Schiene nicht 24 Stunden am Tag tragen, wird auch diese nicht ursächlich sein.
    Bleibt noch die Frage übrig ab wann man Zähne überkronen sollte. Ich rate meinen Patienten, dass bei einer zu erwartenden Füllungsgröße von ca 50% des natürlichen Zahnes eine Krone zumindest in Betracht gezogen werden sollte. Ab einer Füllungsgröße von ca. 66% des natürlichen Zahnes ist meiner Meinung nach die Krone den meisten anderen Therapien vorzuziehen. Entscheidend ist natürlich auch die Wahl des Füllungsmaterials. Hier gilt die Faustregel: Je höherwertig die Füllung, desto größer darf der zu füllende Defekt sein.
    So ich hoffe ich konnte ein wenig helfen.
    Grüße aus dem Sauerland
    ThomasB

  3. #3
    holladiewaldfee ist offline Neuer Benutzer Neuer Benutzer
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    Hallo ThomasB,
    vielen Dank für die schnelle Antwort! - Glücklicherweise dachte die Kollegin ja nur bei einem Zahn spontan an eine Krone; ich habe nun die Röntgenaufnahmen gesehen und aus meiner laienhaften Perspektive besteht der Zahn zu deutlich weniger als 50% aus Füllung - ich denke, ich vertraue da mal dem neuen Arzt.
    Anschlußfrage: Wie sind eigentlich bloße Fissuren-Verfärbungen (Kaffee/Tee etc.) von Fissurenkaries zu unterscheiden? Gibt es für ahnungslose Nicht-Dentisten da eine Leitlinie? Und: Kunststoff-Kompositfüllungen können ja von der Qualität her deutlich unterschiedlich sein, oder? Bei 80% Glas-Anteil liege die Haltbarkeit nahezu bei der von Amalgam, so mein neuer Arzt. Ich investiere gern ein paar Euro mehr, wenn das Ergebnis (Haltbarkeit und -ja, ich bin 'zahn-eitel' - Ästhetik) stimmt.
    Sorry für die 'bohrenden Fragen'; der Göttinger Metzger, dem ich einige Jahre Angst verdanke, wollte mir schon '96 sämtliche Zähne mit Inlays 'versorgen'; er hat mir (wie sich später herausstellte) zu dem Behufe sogar falsche Röntgenbilder vorgelegt. Ich war damals 17....
    Vielen Dank und Gruß nochmal!
    holladiewaldfee

  4. #4
    holladiewaldfee ist offline Neuer Benutzer Neuer Benutzer
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    Unglücklich nachtrag

    ...ich war zwischenzeitlich mal arg untergewichtig aufgrund einer eßstörung (OHNE erbrechen, sonst wäre mir einiges klar) --- könnte das die zahnsubstanz geschwächt haben? - irgendwie suche ich ja doch die schuld bei mir selbst; es gibt in meinem umfeld so viele menschen mit fantastischen zähnen, das muß doch zu machen sein???!! bin total unglücklich, wieso bekomme ich denn jetzt, mit über 30, bei angeblich guter zahnpflege, plötzlich neue karies in den fissuren? man liest doch immer, die zähne werden mit zunehmendem alter widerstandsfähiger, zumindest auf den kauflächen? was ist von fissurenversiegelung bei erwachsenen zu halten? - wenn sich das bei mir überhaupt noch lohnt sollte ich vielleicht noch einen vierten kollegen zu rate ziehen - bis jetzt habe ich ja nicht mehr als 3 - unterschiedliche! - meinungen??? oder sollte ich mich mal an die uni-zahnklinik wenden? ist das albern; es handelt sich ja 'nur' um ganz normale, kleinere defekte. aber für mich ist das ein weltuntergang, ich sehe schon lauter kronen, brücken, totalprothesen auf mich zugaloppieren, na holladiewaldfee....

  5. #5
    Avatar von frank
    frank ist offline Benutzer Profi
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    Hallo holladiewaldfee,
    von einer kleinen Karies und einer Totalprothese ist es ein gaaaaaaaaaaaaaanz weiter Weg, zumal Du auf eine gute Mundhygiene wert zu legen scheinst. Es kann schon mal vorkommen, daß man in den Fissuren eine leichte Karies findet, das hängt aber auch davon ab wie die Fissur gestaltet ist. Ist sie recht flacht und der Zunge gut zugänglich, passiert in der Regel nicht viel. Ist die Fissur jedoch unter sich gehend und man kommt selbst mit der Zahnbürste nicht in die Grübchen, empfiehlt sich eine Fissurenversiegelung. Aber auch eine Versiegelung gibt keinen 100%igen Schutz gegen Karies wenn sie nicht regelmäßig kontrolliert wird, denn der Versiegelungskunststoff kann mit der Zeit auch mal undicht werden, so daß sich darunter neue Bakterienansammlungen bilden können.
    Eine Karies in der Fissur kann man von bloßen Verfärbungen dadurch unterscheiden, daß sie sich anders anhört wenn man mit der zahnärztl. Sonde darüberfährt. Ist der Zahn in Ordnung, ist ein helles Klirren zu hören, ist Karies vorhanden, ist eher ein Kratzgeräusch zu hören.
    Wie @ThomasB schon schreibt, empfehle auch ich eine Überkronung der Zähne wenn die Füllung eine gewisse Größe erreicht und somit die Stabilität der Krone gefährdet ist. Mit einer Compositefüllung kann man länger ohne Krone auskommen als wenn man eine Amalgam- oder Zementfüllung nimmt.
    Karies in den Zahnzwischenräumen kann man ohne Röntgenbild oft kaum erkennen. Man kann zwar die Oberfläche abtasten und nach dunklen Schatten suchen, aber ohne Röntgendiagnostik geht es kaum.
    Ich denke nicht, daß die frühere Eßstörung ein Problem für Deine Zähne ist. Sie wird dann zum Problem, wenn durch Erbrechen oder Aufstoßen die Zähne regelmäßig mit Magensäure in Kontakt kommen.
    Zum Thema "Säure" ist ohnehin zu sagen:
    - Wird regelmäßig Saures gegessen (Orangen, Grapefruit, Zitronen, o.ä.), sollte man danach nicht sofort die Zähne putzen, weil die Zahnoberflächen durch die Säuren vorübergehend entmineralisiert sind. Somit würde man sich den Schmelz langsam aber sicher immer mehr wegputzen (Zahnpasta ist rauh und schmirgelt, weil sie Kreide enthält!). Daher lieber mind. 45 Min. warten bis die Remineralisierung stattgefunden hat (siehe Seite 5 von http://www.aerzteverlag.de/buecher/b...tra_104487.pdf ).

    Viele Grüße,
    Frank

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