seit 1 1/2 Jahren Zahnschmerzen und NNH Entzündung
Guten Tag,
sehr gerne würde ich Ihre Meinung zu meiner Problematik wissen.
Im Mai 2008 bekam ich am 27 Zahnschmerzen, nach erfolglosen Wurzelbehandlungen kam es dann zur WSR + auch Ex des 28 (der Weisheitszahn war noch nicht durchgebrochen und auch kein richtiger Zahn, eher eine Kugel)
Danach fing alles an. Gesichtsschmerzen (Druck, Schwellung) ohne Ende.
Nach vielen Monaten wurde dann eine chr.Sinistus festgestellt.
Wurde dann im Okt.2008 operiert. Immer noch keine Ruhe.
Bekam dann plötzlich unten links heftige Zahnschmerzen. Zahn 5 und 6 wurden entfernt. Danach zumindestens unten keine Schmerzen mehr.
Ich wurde dann noch 2mal an NNh operiert. Da wieder dicht und Polypen.
Dazwischen wurde dann der 27 entfernt (schmerzen hörten nie auf)
Dann fing der 26 an. Solche Schmerzen, das kein Schmerzmittel mehr half.
Dieser wurde dann auch entfernt. Es hing eine Zyste daran und der Zahn war auch schon gelockert.
So dann wurde eine leichte Knochenentzündung festgestellt (Stelle des 26 und 27), diese wurde chir. entfernt.
Da plötzlich der 23,24,25 anfingen weh zutun. Wurde folgendes gemacht:
23: wurzelbehandelt (3mal) Ergebnis: etwas besser im Moment
24: WSR Ergebnis: erfolglos, extrahiert,schlechte Wundheilung
25: WSR Ergebnis: schmerzen, trotzdem endgültig zugemacht. WF vergessen und Wattepellet drin gelassen (Pfusch, wurde auf meiner Kur gemacht)
So Zuhause hat mir dann mein Zahnarzt unter entsetzen die Watte entfernt, den Zahn gereinigt und prov. verschlossen. Das war vor ein paar Tagen. Habe solche Schmerzen, aber ZA meinte wir sollten dem Zahn noch ne Chance geben, da mir schon soviele Zähne fehlen.
Aber der Zahn 25 hat auch eine Zyste, ich habe eine wahnsinniges Druckgefühl an der Nase und bis zum Auge. Die Schwellung unterm Auge habe ich bereits seit dem Eingriff im Mai 2008.
Ich bin so verzweifelt das ich mittlerweile Antidepressiva brauche.
Ich soll nun wieder im Nov. dieses Jahres an NNH operiert werden.
Aber vielleicht hängt ja alles mit dem Zahn 25 zusammen und ich sollte ihn lieber entfernen lassen und eine Prothese in Kauf nehmen?
Evtl hört das mit dem NNH dann endlich auf?
Bis vor ca 2 Jahren gings mir gut. Hatte selten was mit den Zähnen und noch nie NNH Entzündungen.
Jetzt fühle ich mich schlapp, habe ständig Beinschmerzen und mußte schon unheimlich viel Antibiotika nehmen.
Bitte können Sie mir Ihre Meinung mitteilen. Wäre mir so wichtig, da die Situation mittlerweile doch sehr belastend ist.
Hallo Marion,
Deine Geschichte hört sich ja richtig schrecklich an.
So aus der Entfernung ist es natürlich sehr schwer Dir den richtigen Rat zu geben.
Aber ich will mal versuchen da ein bißchen System rein zu bekommen.
Erst einmal, dass in relativ kurzer Zeit ein Zahn nach dem anderen "hochgeht" und entfernt werden muss, ist alles andere als normal. Also wie kann so etwas möglich sein.
Erklärungsversuch die Erste:
Die Zähne waren zwar lange Zeit unauffällig, aber im Prinzip waren sie tickende Zeitbomben. Viele riesige und tiefe Füllungen, sodass schon viele Zähne im Vorfeld abgestorben waren und, sich schon teilweise Zysten gebildet hatten, aber Dein Imunsystem hat das ganze irgendwie in Schach gehalten, sodass Du eigentlich nie Probleme hattest. Jetzt ist irgendein Umstand eingetreten der dieses labile Gleichgewicht kippen lässt. Vielleicht ist Dein Stresspegel gestiegen, vielleicht muss sich Dein Körper auch mit irgendetwas anderem auseinandersetzen, oder vielleicht ist Dein Imunsystem auch irgendwie im Moment nicht ganz so fit. Wenn noch Röntgenbilder ( OPTG`s ) aus der Zeit kurz bevor es losging existieren, könnte man dies überprüfen. Dies könnte auch die rezidivierenden NNH - Entzündungen erklären. Aber warum gelingen dann die ganzen WF`s und WSRèn nicht? Das mal eine nicht gelingt und der Zahn dann gezogen werden muss ist normal, aber soviele.......?
Erklärungsversuch Nr. 2:
Das Problem sind die NNH`s. Durch die enge Lagebeziehung der Zähne zu den Nasennebenhöhlensystem ist es denkbar, dass chronische Entzündungen dort auf die Zähne überspringen und dann hier Probleme bereiten. Aber warum dann die Unterkieferzähne ?
Versuch 3:
Eine Stoffwechselstörung ( evtl. medikamentenbedingt( z.B. Osteoporose))im Knochen könnte für das misslingen der WF`S und WSR`en verantwortlich sein. Aber für die wiederkehrenden Sinusitiden?
Versuch 4.
Permanente Fehlbelastung durch extremes pressen und knirschen. Kann sehr starke Schmerzen erzeugen, kann auch dazu führen das Zähne absterben, aber es besteht kein Zusammenhang mit der Nasennebenhöhle
Versuch 5:
Vielleicht sind gar nicht die Zähne, oder die NNH`s die Ursache sondern eine Entzündung in einem Nervengeflecht. Trigeminus - oder Facialis - Neuralgie?
Denkbar wäre auch das sich der Schmerz verselbstständigt hat und keine organische Entsprechung mehr braucht. Chronisches Schmerzsyndrom?
Du siehst es gibt eine vielzahl von möglichen Ursachen Deines Problems. Ich würde auf jedefall noch eine internistische und eine neurologische Abklärung empfehlen.
Vielleicht hilft es auch wenn man noch zusätzlich andere Wege beschreitet. Ich denke da an die Möglichkeiten der TCM sprich Akupunktur, auch über Hypnotherapien ist zumindest oft Linderung erreichbar.
Ich hoffe ich konnte Dir ein bißchen helfen, auf jedenfall wünsche ich Dir alles Gute
ThomasB
vielen Dank für die rasche und ausführliche Antwort.
Gerne würde ich Ihnen noch folgendes schreiben.
Und zwar das mit den tickenden Zeitbomben hört sich für mich sehr plausibel an und ich denke das trifft doch am ehesten auf mich zu.
Ich schrieb das ich selten etwas mit denen Zähnen hatte, naja ist so nicht ganz richtig. Ich empfand das anscheinend nicht so schlimm, weil früher doch immer mal "Zahnschmerz Pausen" waren.
Also ich hatte durch sehr schlechte Zahnpflege (als Kind) schon im Jugendalter viele große Füllungen, einige Kronen, Brücke. z.B. der 26 wurde bereits mit 16 Jahren Wurzelbehandelt.Dann Stiftzahn. Jetzt bin ich 33 Jahre.
Litt auch längere Zeit an Bulimie (wollte schnell an Gewicht verlieren)
Die Zähne unten (die gezogen wurden) waren auch schone lange Wurzelbehandelt. Eine WSR habe ich abgelehnt (hatte Angst wegen Nervenschädigung im UK).
Das komische ist es fing schleichend alles mit der Geburt meines Sohnes an. Und dann vor 1 1/2 Jahrend wurde es so richtig heftig.
Ich hatte doch viel Stress, hatte dann 2 Kinder und mein Sohn war krank. Mußte viel zu die Ärzte mit ihm.
Also könnten Sie schon recht haben mit Ihrer ersten Aussage. Oder?
Vor einer Trigeminus Entz. habe ich große Angst und würde so eine Diagnose nicht haben wollen. Naja wer will so was schon!
Auf meiner 6wöchigen Kur/Reha im letzten Monat wurde ich einmal wöchentlich von einer super Neurologin untersucht/betreut.
Diese meinte solange Entzündungen da wären kann sie so eine Diagnose (Trigeminus, idiopathischer Schmerz) ausschließen. Sind Sie auch der Meinung?
Sie meinte auch das meine rote geschwollende Wange und die sehr klopfempfindlichen Zähne nicht typisch für eine Nervensache wären !?
Ich habe irgendwie richtig Angst das das alles nicht mehr aufhört, habe außerdem große Schmerzen. Vorallem der Eckzahn, über die Wurzel (soll sehr lange sein) bis zum linken Nasenflügel. So ein wahnsinniger Druck und dann noch das Pochen im 5er oben links.
Tut mir leid das ich Ihnen so einen langen Roman geschrieben habe. Hoffe Sie haben Verständnis?
Ach eines noch, ein Hausarzt verschrieb mir mal Carbapencin, dann Lyrica (hatte den Verdacht auf Trigeminus vor meiner NNH-Diagnose). Half gar nichts.
Also schönen Dank und über eine Antwort wäre ich sehr dankbar.
PS: das "lustige" ist, ich habe damals den Beruf Zahnarzthelferin gelernt :-)