Was ist eine Zyste?
eine Kieferzyste ist ein Hohlraum im Kieferknochen, der mit Flüssigkeit oder breiigem Inhalt gefüllt und mit einer dünnen Weichteilschicht (sog. Zystenbalg) ausgekleidet ist. Kieferzysten gehen von der Wurzelhaut abgestorbener Zähne (sog. radikuläre Zysten) oder dem die Krone verlagerter Zähne umgebenden Zahnsäckchen aus (follikuläre Zysten). Sie vergrößern sich allmählich. Es gibt auch Zysten, die nicht von den Zähnen ausgehen.
Bei fortschreitendem Wachstum der Zyste kommt es allmählich zu Auftreibungen des Knochens und zur Verdrängung benachbarter Zähne, von Kieferhöhlen- und Nasenhöhlenwänden. Es können auch Entzündungsprozesse auftreten (infizierte Zyste).
Operation
Die Operation, die in örtlichen Betäubung oder in Vollnarkose ausgeführt wird, ist die einzige Behandlungsmöglichkeit.
Als Operationsmethoden kommen insbesondere in Betracht:
1. Zystenausschälung (Zystektomie)
Von einem Schnitt im Mundvorhof aus wird der Knochen über der Zyste abgetragen und der gesamte Zystenbalg ausgeschält. Die Knochenhöhle, in die gegebenenfalls noch Medikamente eingebracht werden, wird durch eine Naht der Schleimhaut verschlossen.
Der Zahn, der die Zystenbildung verursacht hat, wird entweder entfernt oder durch eine chirurgische Wurzelfüllung mit Wurzelspitzenamputation erhalten. Gelegentlich ist auch die Entfernung benachbarter Zähne nicht zu vermeiden.
Die Wundheilung ist meist nach 8-10 Tagen abgeschlossen. Je nach Größe der Zyste kann es mehrere Wochen bis Monate dauern, bis die Höhle wieder vollständig mit Knochen ausgefüllt ist. In Ausnahmefällen wird bereits während der Operation körpereigener Knochen in die Zystenhöhle eingelagert.
2. Zystenfensterung (Zystostomie)
In bestimmten Fällen, z.B. bei sehr großen Zysten, ist die Ausschälung des ganzen Zystenbalgs nicht möglich. Die Zyste wird dann durch Abtragen der knöchernen Wand zur Mundhöhle hin gefenstert. Damit entfällt der Wachstumsdruck; es baut sich wieder Knochen an und der Hohlraum verkleinert sich.
Die Höhle wird mehrfach tamponiert, bis die Mundschleimhaut mit der Zystenschleimhaut verwachsen ist. Mitunter muß nach mehreren Wochen in einem zweiten Eingriff der in einer "Resthöhle" verbliebene Zystenbalg ausgeschält werden.