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Thema: Falsche Vorsorgeuntersuchungen?

  1. #1
    Stefanie ist offline Neuer Benutzer Neuer Benutzer
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    Standard Falsche Vorsorgeuntersuchungen?

    Hallo,
    Seit fast 25 Jahren besuche ich ein und dieselbe Zahnarztpraxis. War immer sehr zufrieden mit dem 1. und 2. Zahnarzt bei dem 3. Zahnarzt der z.Zt. in dieser Praxis ist hatte ich außer den Kontrolluntersuchungen (2 x im Jahr seit ca. 2 Jahren) noch keine sonstigen Erfahrungen bis auf letzte Woche. Da fühlte ich über dem letzten rechten oberen Backenzahn eine Beule. Ich ging daraufhin zum Zahnarzt der ein Röntgenbild machte und mir nebenbei mitteilte das dieser Backenzahn und der davor nicht mehr i.O. seinen und die müßte er ziehen ob er das sofort machen solle. DA ich sehr geschockt war und auch mit dem Auto da war sagte ich nein. Auf meine Frage hin ob da nichts mehr zu machen sei antwortete er nein, das wäre zu spät, da würde es immer wieder zu Entzündungen kommen. Ich holte bei einem anderen Zahnarzt eine 2. Meinung ein, der meinte bei dem letzten Backenzahn wäre wirklich nichts mehr zu machen da er eine Taschentiefe von 11 mm hat. Den würde er auch ziehen aber den davor könne man versuchen zu retten.
    Jetzt meine Frage: Mitte NOvember 2008 war ich zur Vorsorge, da war alles in Ordnung und es wurde nur Zahnstein entfernt. Hätte man es da nicht schon bemerken müssen, da mit dem Zahnfleisch etwas nicht in Ordnung gewesen ist und gleich handeln sollen, damit es gar nicht soweit kommt das der Zahn raus muß.
    Vielleicht kann mir jemand seine Meinung dazu sagen.
    Gruß Stefanie

  2. #2
    Chmielewski ist offline Erfahrener Benutzer Profi
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    Standard

    Hallo Stefanie
    Sie leiden an einer chronischen Parodontitis. Hierbei bildet sich der Knochen und der Zahnhalteapparat auf Grund chronischer Entzündungsprozesse zurück. Dieser Vorgang dauert bei einer chronischen Entwicklung Jahre bis Jahrzehnte bis sich Taschentiefen von 11 mm bilden.
    In der Vergangenheit konnten chronischen Abläufe manchmal übersehen werden. Aber die Diagnose „Parodontitis“ hätte schon vor Jahren gestellt werden können. Seit ca. 2 Jahren haben wir Zahnärzte von den Krankenkassen einen neuen Untersuchungsgang zugestanden bekommen, den PSI Index. Hiermit können versteckte parodontale Erkrankungen schneller festgestellt werden. Dieser Index kann aber nur alle 2 Jahre aufgenommen werden.
    In Ihrem Falle trifft die „Schuld“ des nicht Erkennens nicht den 3. Zahnarzt sondern die vorherigen. Allerdings kommt eine Parodontitis nicht vom Himmel, sondern ist in den meisten Fällen das Ergebnis unzureichender Mundpflege. Selbst wenn der Zustand im November 2008 entdeckt worden wäre, hätte der Zahn zu diesem Zeitpunkt auch nicht mehr gerettet werden könne.
    Ich hoffe, Ihnen damit weiter geholfen zu haben und verbleibe
    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Chmielewski
    Dr. Norbert Chmielewski
    Sakrower Landstr. 3
    14089 Berlin

    Tel.: 030 365 40 84

  3. #3
    Stefanie ist offline Neuer Benutzer Neuer Benutzer
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    Standard Falsche Vorsorgeuntersuchungen

    Hallo Dr. Chmielewski,
    vielen Dank für Ihre Antwort. Ich hatte bereits vor 5 Jahren eine Paradontitis-Behandlung. D.h. mir ist in 4 Sitzungen das Zahnfleisch behandelt worden. Meine Zahnpflege bedeutet das ich mir 2 x am Tage die Zähne putze. Evtl. auch 3 x wenn ich das Gefühl habe ich hätte Mundgeruch. Zahnseite benutze ich auch. Mein Zahnarzt hat mir eine gründliche Zahnreinigung empfohlen und dann 2 x im Jahr. Denken Sie das würde mir helfen, oder ist es dafür zu spät. D.h. kann man bei meiner chronischen Parodontitis überhaupt noch etwas machen, das ich nicht auch noch die nächsten Zähne dadurch verliere?
    Von dem von Ihnen angesprochenen PSI Index habe ich das Wochenende das 1. Mal gelesen und zwar auf der Seite meiner Krankenkasse. Ich weiss nicht was da gemacht wird und ob das jeder Zahnarzt machen kann. Habe bei meiner Krankenkasse per Mail am Sonntag nachgefragt aber noch keine Antwort erhalten.
    Es wäre toll wenn Sie mir antworten würden.
    Gruß Stefanie

  4. #4
    Chmielewski ist offline Erfahrener Benutzer Profi
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    Hi Stefani!
    Der PSI Index ist nichts schwieriges. Er ist eingeteilt in 5 Ebenen. Dabei wird mit einer Spezialsonde in jede Zahnfleischtasche vor und hinter jedem Zahn "rein gepieckst".
    Keine Blutung hervor zurufen = 0
    Blutung = 1
    Blutung und Beläge = 2
    Taschen von 3,5 bis 5 mm = 3
    Taschen tiefer als 5,5 mm = 4
    Der gesamte Mund wird in 6 Tortenstücke eingeteilt und jedes Tortenstück bekommt die höchste Zahl der gemessenen Werte z.B. 4;3,4,2;1;3.
    Wenn Sie schon ein Parodontitis Behandlung hinter sich haben, die relativ erfolglos war, sollte man einen Keimtest bei Ihnen machen.
    Beim Keimtest werden Patienten festgestellt, die außer einer rein mechanischen Reinigung auch noch eine unterstützende Antibiotikatherapie mit einer FMD (Full Mouth Desinfektion) benötigen. Sprechen sie mit Ihrem Zahnarzt darüber. Er kann sie zu einem Parodonntitis-Spezialisten überweisen. Wir haben in meiner Parxis damit sehr gute Erfolge.
    Es gibt aber auch andere Meinungen darüber.
    Wenn Sie keine Parodontitis-Spezialisten finden, sehen sie im Internet unter "deutsche Gesellschaft für Parodontologie" nach
    Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben
    mit freundlichen Grüßen aus Berlin
    Dr. Chmielewski
    Dr. Norbert Chmielewski
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  5. #5
    Stefanie ist offline Neuer Benutzer Neuer Benutzer
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    Standard Falsche Vorsorgeuntersuchungen

    Vielen Dank.
    Ich werde mit meinem Zahnarzt darüber sprechen.Sollte ich noch weitere Fragen haben wäre ich dankbar wenn ich mich nochmal melden darf.
    Gruß
    Stefanie

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