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Thema: Zahn ziehen? Oder nicht?! Und außerdem ...

  1. #1
    MamaVonLeni ist offline Neuer Benutzer Neuer Benutzer
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    Standard Zahn ziehen? Oder nicht?! Und außerdem ...

    Hallo!

    Ich bin mitlerweile total am Ende!

    Zwei meiner oberen Backenzähne haben eine Wurzelbehandlung hinter sich.
    Unglücklicherweise sind eben diese beiden Zähne Bestandteil meiner Brücke.
    Der eine Zahn wurde bereits vor 16 Jahren behandelt. Nun stellt sich heraus, dass die Wurzel nur teilweise entfernt wurde, also nur ein Kanal von dreien gesäubert (?) wurde.
    Daraus entstand offensichtlich eine derart starke Entzündung, dass der Knochen bereits geschädigt wurde.
    Der andere Zahn bekam ebenfalls eine Wurzelbehandlung, wobei vermutlich ebenfalls ein Kanal übersehen wurde (so sagte mir ein anderer Zahnarzt).
    Zudem sei die Füllung in den dortigen Kanälen zu tief.
    Und eine Entzündung auch dort "vorprogrammiert".
    Dieser neue Zahnarzt empfielt mir, die Füllungen entfernen zu lassen.
    Und die Wurzelbehandlungen für beide Zähne zu wiederholen.

    Aufgrund meiner Herzklappenundichtigkeit bin ich etwas nervös, und würde gerne wissen, ob die Erhaltung der Zähne in diesem Fall Sinn macht, oder ob das Endokarditis-Risiko bei derartigen Entzündungen zu hoch ist?!

    Zudem habe ich eine Brücke unten Rechts.
    Hierbei hat mein neuer Zahnarzt festgestellt, dass der Schliff zu tief angesetzt wurde.
    Die Brücke wurde abgenommen und ein Provisorium eingesetzt.
    Das bereitet mir erhebliche Schmerzen beim Kauen.
    Zudem hat sich Eiter in der betroffenen Zahnfleischtasche gebildet.
    Mein Zahnarzt sagt aber, dass das momentan nicht zu ändern sei, und ich erst eine Kieferorthopädische Behandlung durchmachen solle, damit der betroffene Zahn "angehoben" werden kann.
    Erst dann könne man die Entzündung bekämpfen und eine neue Brücke einsetzen.
    Ein Antibiotikum wäre auch nicht nötig.

    Aber eine solche Behandlung ist doch langwierig und ich glaube einfach nicht, dass ich die Entzündung sich selbst überlassen kann?!?
    Und was ist mit dem Endokarditis-Risiko??!

    Ich mache mir wirklich Sorgen, und würde mich über eine Meinung dazu sehr freuen.
    Vielen Dank!

  2. #2
    MamaVonLeni ist offline Neuer Benutzer Neuer Benutzer
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    Standard Noch eine Frage dazu

    Hallo!

    Ich würde ganz gerne noch eine Frage stellen.

    Bei der Brücke, welche zu tief angesetzt wurde, und sich diese Zahnfleischentzündung gebildet hat, sagte mir mein Zahnarzt noch,

    dass man, wenn der Zahn nicht durch eine Zahnspange angehoben wird, das dortige Zahnfleisch öffnen und den dortigen Kieferknochen ein wenig reduzieren muß, damit das Zahnfleisch wieder mehr Platz hat.

    Ich halte meinen Zahnarzt durchaus für vertrauenswürdig und engagiert, ich würde nur gerne wissen, ob es sich dabei um eine medizinische Notwendigkeit handelt, oder eher einen ästhetischen Schwerpunkt beinhaltet.

    Kann sich das Zahnfleisch nicht auch von selbst wieder regenerieren?

    Meine Zahnsanierung erstreckt sich mitlerweile über einen Zeitraum von 3 Jahren, und ich bin einfach etwas mürbe.
    Es soll nicht wie eine Schuldzuweisung klingen, mein Zahnarzt kann ja schließlich nichts für meine schlechten Zähne.

    Ich danke Ihnen sehr für Ihre Mühe,
    Gruß, Sandra

  3. #3
    Chmielewski ist offline Erfahrener Benutzer Profi
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    Standard

    Hallo Sandra!
    Jetzt folgt die Beantwortung auf die erste Frage vom 12. 2. 09.
    Eine Wurzelkanalbehandlung ist immer ein Versuch den Zahn über viele Jahre im Kiefer zu belassen. 80 – 90 % aller Wurzelkanalbehandlungen gehen gut. Bei 10 bis 20 % hat der Patient an der Wurzelspitze mehr als einen Ausgang. Diese Ausgänge gehen meist in einem abgeknickten Winkel aus dem Zahn raus. Da wir nicht um die Ecke bohren können, verbleiben organische Reste im Zahn die zu chronischen Entzündungen führen können. Man kann diese Ausgänge nicht im Röntgenbild sehen. Sollte damals wirklich ein Kanal übersehen worden sein, ist die Revision immer ein guter Weg zu versuchen die Zähne im Kiefer belassen zu können.
    Allerdings sollte man 6 bis 12 Monate mit einer Neuversorgung warten, um zu sehen ob die Entzündung durch die neue Wurzelkanalbehandlung auch wirklich ausheilt.
    Das Endokarditis Risiko ist erhöht, allerdings liegt Ihre Wurzelkanalbehandlung 16 Jahre zurück und die chronische Entzündung an Ihren oberen Backenzähnen ist bestimmt schon vor 15 Jahren entstanden. Sie sollten mit Ihrem Internisten noch einmal über die tatsächliche Risikolage sprechen. Ansonsten bleibt Ihnen nur das Ziehen der Zähne und ein herausnehmbarer Zahnersatz oder Implantate übrig.
    Ich hoffe Ihnen weitergeholfen zu haben und
    Verbleibe mit freundlichen Grüßen
    Dr. Chmielewski
    Dr. Norbert Chmielewski
    Sakrower Landstr. 3
    14089 Berlin

    Tel.: 030 365 40 84

  4. #4
    MamaVonLeni ist offline Neuer Benutzer Neuer Benutzer
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    Frage noch eine Frage zum Zahnersatz

    Hallo Dr. Chmielewski!

    Leider habe ich ziemliche Schmerzen, da eine Wunde nach dem Entfernen der Zahnfleischtasche immer wieder aufgeht.
    War schon beim Notdienst, dort bekam ich einen Zahnverband, der sich jedoch leider bereits nach 5 Stunden aufgelöst hat.
    Nun sind die Schmerzen größer als zuvor.

    Ich möchte die Wunde aber nicht noch mehr "ärgern".
    Kann ich die Wunde in diesem Zustand sich selbst überlassen?
    Habe den Eindruck, dass die Blutungen langsam weniger werden.
    Es bilden sich immer wieder Blutblasen, die dann platzen (aua), aber die Intervalle werden länger.

    Zudem hatte ich mich im letzten Beitrag verschrieben, die Zahnfleischbehandlung betrifft die wurzelbehandelten Zähne -jeweils in eine Brücke integriert- oben links. Die Brücke soll auch dort verbleiben. Ist das möglich?

    Zum Verständnis würde ich Ihnen gerne mitteilen, dass ich im letzten Jahr aufgrund einer schlimmen Zahnentzündung eine Fehlgeburt (14.SSW) erlitten haben.
    Darum bin ich in diesem Punkt nun ausgesprochen ängstlich (befürchte, dass ich bisweilen die Grenze zur Panik überschreite..)

    Nun bekomme ich einfach keine konkrete Aussage über den Zustand der eben genannten wurzelbehandelten Zähne oben links.
    Gibt es ein Verfahren oder eine Möglichkeit mit hoher Wahrscheinlichkeit das Vorliegen einer Entzündung auszuschließen / festzustellen?!

    Bislang hat ein Arzt (spezialisiert auf Wurzelbehandlungen) eine deutliche Entzündung festgestellt,
    der Chirug, bei welchem ich nun selbige entfernen lassen wollte, hat dem deutlich widersprochen,
    und mein eigentlicher Zahnarzt ist sich nicht ganz sicher.

    Ich bin darum schrecklich verunsichert und weiß einfach nicht, was ich nun machen soll.
    Gibt es einen Spezialisten auf diesem Gebiet, den ich noch aufsuchen könnte?

    Ich war schon so erleichtert, die Zähne gezogen zu bekommen, schon aufgrund der unglaublichen psychischen Anspannung.

    Die Aussage des Chirugen, ich hätte im Falle einer Prothese in diesem Bereich schlimmste Gelenkschmerzen zu erwarten, macht mich nun besonders mürbe.

    Ich weiß mir einfach nicht zu helfen. Ich bin immerzu verzweifelt und depremiert.
    Meine Zähne bestimmen z.Zt. mein Lebensinhalt.
    Ich bin es so leid!

    Bitte entschuldigen Sie diesen endlos langen Beitrag, ich musste mir das einfach mal von der Seele reden.

    Könnten Sie mir einen Spezialisten empfehlen?
    Ist eine Prothese der kompletten Backenzähne oben links tatsächlich mit derartigen Komplikationen verbunden?

    Ich danke Ihnen wirklich sehr für Ihre Mühe!! Ihre Erklärungen wirken auf mich beruhigend, vielen Dank!

    Liebe Grüße, Sandra

  5. #5
    Chmielewski ist offline Erfahrener Benutzer Profi
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    Hi Sandra!
    Bitte suchen Sie den Zahnarzt auf, der die Zahnfleischoperation durchgeführt hat, er möchte bitte die Wunde kontrollieren.
    Wenn das Zahnfleisch an den Bücken gut ausgeheilt ist, können die Brücken natürlich verbleiben, allerdings ist so eine Fernberatung immer etwas schwierig.
    Man kann mit einem Knochensyntigramm Entzündungen im Knochen sichtbar machen.
    Hier sollte sich der behandelnde Kollege mit der Krankenkasse auseinander setzen, ob so eine Untersuchung bei Ihnen gemacht werden könnte, es ist abzuklären, ob der Aufwand zum Erfolg in wirtschaftlicher Relation steht.
    Ich kann den chirurgischen Kollegen nicht verstehen. Wir schicken doch keine Patienten aus Spaß zum Ziehen der Zähne. Außerdem ist mir die Erklärung, dass Sie ier H
    mit einem herausnehmbaren Zahnersatz schlimmste Gelenkschmerzen zu erwarten hätten, völlig unverständlich. Es müssten ja allein in Deutschland Millionen Menschen mit Gelenkschmerzen rumlaufen. Diese Äußerung ist nicht nachvollziehbar.
    Wenn Sie durch eine Zahnentzündung eine Fehlgeburt hatten, bleibt doch nur die Entscheidung, dass die fragwürdigen Zähne entfernt werden. Es ist allerdings wissenschaftlich nur ein Zusammenhang zwischen einer Parodontitis und Frühgeburten bzw. Fehlgeburten festgestellt worden, nicht mit Entzündungen an der Wurzelspitze.
    Leider kann ich Ihnen keinen Spezialisten empfehlen.
    Es muss mit Ihnen ein konsequenter Therapieweg beschlossen werden, mit dem Sie leben können.
    Ich hoffe Ihnen damit weiter geholfen zu haben
    Mit freundlichen Grüßen aus Berlin
    Dr. Chmielewski
    Dr. Norbert Chmielewski
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  6. #6
    MamaVonLeni ist offline Neuer Benutzer Neuer Benutzer
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    Hallo Dr. Chmielewski,

    heute ist mein Haus-Zahnarzt zum Glück wieder da und ich werde alles weitere mit ihm besprechen.
    Gestern habe ich den Chirugen aufgesucht, der hatte aber keine Erklärung für die schlechte Wundheilung.
    Er meinte, so etwas hätte er noch nicht gesehen.
    Nun soll ich bis Mo warten und erneut kontrollieren lassen.

    Aber das halte ich nicht durch. Ich schlafe seit drei Nächten nur Stundenweise und im sitzen.
    Ich merke jeden Pulsschlag schmerzhaft im Mund und wenn ich doch einschlafe, werde ich wach, weil ich wieder zuviel Blut schlucke.

    Es macht den Eindruck, als würden sich erhebliche Gerinsel an der Wunde bilden, aber unter dem Zahnfleisch will einfach keine Ruhe einkehren.

    Eigentlich habe ich bis jetzt keine Probleme mit der Blutgerinnung gehabt o.ä.

    Selbst zwischen der Naht bei der chirurgischen Zahverlängerung bilden sich immer wieder diese Blutblasen. In der letzten Nacht war es so schlimm, dass die Blutung gar nicht mehr aufhörte. Ich habe dann 2 Stunden einen Tupfer darauf gedrückt und gekühlt, danach wurde es besser.

    Kann diese schlechte Wundheilung mit der Einnahme von Ibuprofen (400) zusammenhängen?
    Nehme absichtlich seit Mo abend keine Schmerzmittel mehr, weil ich befürchte, dass das Blut evt. dadurch verdünnt wird?!

    So, jetzt habe ich Ihnen eine Menge Arbeit gemacht. Aber ich bin sehr sehr froh, ihre Meinung gelesen zu haben, so wirkt die ganze Prozedur nicht so ausweglos!
    Ihr ausführlichen Erklärungen sind in dieser Situation Gold wert!
    Vielen vielen Dank!

    Gruß, Sandra

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