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Thema: Mechanische Gesichtsvermessung bei Brücke?

  1. #1
    Birgit ist offline Neuer Benutzer Neuer Benutzer
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    Standard Mechanische Gesichtsvermessung bei Brücke?

    Guten Abend,

    im Internet finde ich sehr wenig über das Thema Gesichtsvermessung und die Notwendigkeit bei der Versorgung mit einer Brücke und würde gern mehr darüber erfahren.

    In meinem Fall handelt es sich um eine Brücke im Unterkiefer, vom letzten Backenzahn an über 6 Zähne.

    Das 1. Privisorium wurde ca. vor 6 Monaten eingesetzt. Es folgten div. Komplikationen wie andauernde Schmerzen, 2 Wurzelbehandlungen, weitere nicht auszumachende Schmerzen u.s.w. Ich habe dann den Zahnarzt gewechselt.

    Der neue Zahnarzt hat nun eine Gesichtsvermessung mit einem Gestell vorgenommen, damit die vorgesehene Brücke auch "richtig sitzt".

    Eine Fehlstellung o.s.ä. ist bei mir nicht vorhanden. Das Provisorium habe ich bereits über 1/2 Jahr und mit Paßform, Kiefer, Biß... keine Probleme gehabt. Daher frage ich mich, wozu eine Gesichtsvermessung notwendig ist ?

    Ich bin bei der DAK versichert und bereit für zusätzliche Leistungen privat zu bezahlen, sofern ein gutes Kosten - Nutzenverhältnis gegeben ist.

    Der Zahnarzt ist nun im Urlaub und nach der Behandlung war ich gar nicht in der Lage nachzufragen: lange Sitzung, nochmaliges Abschleifen der Zähne, Paradontose-Behandlung in dem Segment und wieder mal wahnsinnige Schmerzen durch nicht wirkende Betäubung am Backenzahn (genau wie bei meinem "alten" Zahnarzt).

    Es wäre nett, wenn Sie mir Ihre Meinung dazu schreiben könnten.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Birgit

  2. #2
    Chmielewski ist offline Erfahrener Benutzer Profi
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    Standard

    Hallo Birgit!
    Tut mir leid, dass ich mich erst so spät melde.
    Die Zähne haben Höcker und Täler. Im Oberkiefer wie im Unterkiefer. Wenn wir kauen gleiten die Höcker der Oberkieferzähne durch die Täler der Unterkieferzahne und umgekehrt. Die Zähne bewegen sich beim Kauen auf Kreisbahnen. Wir haben 2 Kiefergelenke. Wenn wir den Unterkiefer nach rechts bewegen ist das rechte Kiefergelenk eine Spitze eines Zirkels und, sagen wir ein Höcker des Unterkiefers, ist die andere Spitze des Zirkel. Beim Kauen läuft nun der Höcker auf einer Kreisbahn durch das Tal des Oberkiefergegenzahns. Der Abstand des Zirkels ist das Kiefergelenk und der Höcker.

    Der Zahnarzt beschleift die Zähne so wie ein umgedrehter Würfelbecher. Der Zahntechniker baut auf die „Würfelbecher“ die Kronen mit den Höckern und Tälern, die dann durch die Täler bzw Höcker des Gegenzahnes auf einer Kreisbahn laufen sollen, damit unsere Nahrung richtig zermalen wird.

    Der Zahnarzt macht vom Oberkiefer und vom Unterkiefer Abdrücke aus denen Gipsmodelle hergestellt werden. Dann nimmt der Zahnarzt noch einen Biss, das bedeutet, das er die Zähne so mit einem Material verschlüsselt, das der Zahntechniker die Modelle so zusammensetzen kann wie der Patient zusammenbeißt.

    Jetzt vermisst der Zahnarzt den „Kopf“. In Wirklichkeit misst er den Abstand der Oberkieferzähne zum Kiefergelenk. D.h. er misst den Zirkelabstand von den Zähnen zum Gelenk. Mit diesem Abstand setzt der Techniker jetzt die Zähne in ein Simulationsgerät „Artikulator“ und kann, da er den Exakten Zirkelabstand hat, die Modelle so bewegen wie der Patient. Der Höcker gleitet durch das Tal auf der gleichen Kreisbahn.

    Bei der Krankenkassen, also der einfachen Lösung, werden die Modelle auch in ein Simulationsgerät gebracht. Nur stimmt hier der Zirkelabstand nicht, er ist nicht mit dem Abstand bei dem Patienten gleich. Die Höcker, die der Zahntechniker aufbaut, laufen zwar im Artikulator durch das Tal des Gegenzahnes, aber wenn die Brücke in den Mund des Patienten kommt ändert sich der Zirkelabstand und damit der Kreisbogen und der Höcker läuft jetzt nicht mehr durch das Tal. Der Zahnarzt muss jetzt den Höcker ganz flach oder wegschleifen, damit nichts stört. Aber damit hat der Ersatzzahn seine Wirkung verloren.

    Mit dem Vermessen können Sie eine deutlich bessere Funktion Ihrer Zähne erreichen, gerade bei einer so großen Brücke.

    Ich hoffe, ich habe mich verständlich ausgedrückt. Ich würde das Vorgehen auf alle Fälle unterstützen
    Mit freundlichen Grüßen aus Berlin
    Dr. Chmielewski
    Dr. Norbert Chmielewski
    Sakrower Landstr. 3
    14089 Berlin

    Tel.: 030 365 40 84

  3. #3
    Birgit ist offline Neuer Benutzer Neuer Benutzer
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    9

    Standard

    Guten Tag Herr Dr. Chmielewski,

    vielen Dank für Ihre ausführliche und anschauliche Antwort.

    Jetzt kann ich mir doch sehr viel mehr unter dieser Vermessung vorstellen.
    Und wenn dabei ein viel besseres Ergebnis herauskommt, ist dies auch gut angelegtes Geld.

    Leider sind inzwischen akute Probleme aufgetreten.

    Da ich mir nicht sicher war, ob ich das hier weiter behandeln kann (hat nichts mehr mit der Vermessung zu tun, wohl aber mit der Brücke), habe ich ein neue Frage erstellt.

    Viele Grüße aus der Region Hamburg,
    Birgit

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